Organisation:

Die Diskussionen um den Bedarf und damit die Notwendigkeit von psychosozialen Hilfen für primär nicht vital bedrohte Notfallpatienten sind auch im Landkreis Cloppenburg nicht neu. Nach einigen besonders spektakulären Ereignissen in der Vergangenheit (Zugunglücke, Terroranschläge usw.) wurde allerdings der Fokus der Betrachtungen um Verbesserungen und Ergänzungen im Rettungsdienst wieder neu auf ebendiese Diskussionen gelenkt, die die Einrichtung professioneller psychosozialer Hilfen für Notfallpatienten, Angehörige oder auch unverletzte Opfer fordern.

Vor einiger Zeit wurde somit im Zuge dieser neu entfachten Probleme die schon seit längerer Zeit diskutierte Idee von der Installation und Institutionalisierung einer ´Notfallseelsorge´ bzw. eines ´Kriseninterventionsdienstes´ ein Gremium gebildet, das sich mit der Organisation und Planung dieses Projektes beschäftigen sollte. Es fanden daraufhin viele Informationsveranstaltungen, Plenen, Diskussionskreise mit Vertretern der Polizei, Rettungsleitstelle, Feuerwehr, des Rettungsdienstes, der Kirchen usw. statt, ein Konzept wurde erarbeitet und qualifizierte Helfer aus entsprechenden beruflichen Feldern motiviert, an diesem Projekt mitzuwirken.

Seit Januar 2002 ist die Notfallseelsorge Cloppenburg nun am Netz und somit Tag und Nacht einsatzbereit.

In den drei ´Rettungsdienstbereichen´ im Landkreis Cloppenburg dienen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kirchlicher Dienste, professioneller Rettungsdienste und psychosozialer Betreuungsorganisationen diesem Projekt neben ihrer jeweiligen beruflichen Tätigkeit ehrenamtlich zu. Die Bezeichnung ´Rettungsdienstbereich´ orientiert sich an den Standorten der Rettungswachen sowie der Notarzteinsatzfahrzeuge im Landkreis Cloppenburg (Friesoythe = Nord, Cloppenburg = Mitte und Löningen = Süd). Die Notfallseelsorge-Installationen sind an diese Notarztwagen- bzw. Notarzteinsatzfahrzeugestandorte angebunden und sind somit identisch geographisch verortbar. Die Organisation im Bereich Friesoythe heißt demnach ´Rettungsdienstbereich Nord´ und umfasst die nördlichen Einsatzgebiete wie beispielsweise Friesoythe, Strücklingen, Barßel, Bösel usw. Die Organisation in Cloppenburg heißt entsprechend ´Rettungsdienstbereich Mitte´ und umfasst das Grenzgebiet um Cloppenburg, Molbergen, Varrelbusch, Garrel, Emstek, Sevelten usw. und die Organisation in Löningem deckt das Gebiet im südlichen Landkreis von Löningen, Lindern, Lastrup über Bunnen bis Essen usw. ab.

Träger ist der Kreisverband Cloppenburg des Deutschen Roten Kreuzes Cloppenburg. Der ´Hauptsitz´ der Notfallseelsorge-Installationen befindet sich entsprechend beim DRK Kreisverband, Hofkamp 2 in 49661 Cloppenburg. Die Diakonie und das DRK bieten Räume für Tagungen, Fachseminare, Diskussionen, Supervision usw. an. Die Ausrüstung (Notfallkoffer, Notfallwesten, Schutzkleidung, Ausweise usw.) werden vom DRK bereitgestellt und finanziert.

Es gibt mittlerweile ein spezielles Einsatzfahrzeug für den Notfallseelsorge-Dienst im Bereich ´Mitte´. In den beiden anderen Bezirken haben sich unterschiedliche Lösungen zur Notfallort-Erreichung bewährt (Privat-PKW, Transport per DRK-Fahrzeug oder Polizei usw.), die je nach Einzelfall, Lage und vor allem akuten Aufenthaltsort des Helfers variieren können.

Alle Notfallseelsorger sind mit Schutzwesten, Namensschildern und Ausweisen ausgestattet. Ein Notfallkoffer mit Inhalt (Malzeug für Kinder, Teddy-Bären, Zigaretten, Kartenmaterial, Ortspläne, Telefonverzeichnisse, Schreib- und Dokumentationsmaterial, kirchliche Utensilien, Gebetsbücher usw.) wird nebst Meldeempfänger und Telefon vom NFS v.D. (Notfallseelsorger vom Dienst) an den nachfolgenden NFS weitergereicht, der ihn dann nach Beendigung seiner Bereitschaft wiederum weitergibt.

Die Alarmierung der Notfallseelsorge bzw. des Kriseninterventionsdienstes erfolgt ausschließlich durch die Einsatzleitstelle des Landkreises Cloppenburg per Telefon und Funkmeldeempfänger, wenn es Polizei oder die Einsatzleitung vor Ort für geboten halten.

Privatpersonen können somit den Dienst nicht anfordern.

Der Notfallseelsorge-Dienst wird als ´rund-um-die-Uhr-Bereitschaft´ angeboten, entsprechende Dienstpläne werden jeweils für ein Quartal erarbeitet und die Notfallseelsorger verpflichten sich mit der Übernahme des Dienstes zur ´Verbindlichkeit der Erreichbarkeit´ während der Bereitschaft bzw. zur Verbindlichkeit der Organisation einer internen Vertretung.

Die Helfer übernehmen jeweils eine komplette Woche die sog. ´Notfallbereitschaft´, die Praxis hat zudem gezeigt, dass im Bedarfsfall (z.B. Großschadensereignisse, Verkehrsunfälle mit mehreren Fahrzeugen usw.) weitere Kräfte aus der Reihe der Notfallseelsorger nachalarmiert werden können.

Allen Helfern stehen professionelle Supervisionsangebote zur Verfügung. Einmal im Quartal tagt der gesamte Kreis in Form eines Plenums, zu dem jeweils Fortbildungs- bzw. Reflexionsangebote gereicht werden (Fachreferate, Diskussionen usw.).

Der Kontakt der Helfer untereinander wird in gemütlichen Runden bei einer Tasse Kaffee oder Tee, gemeinsamen Besuchen von Fortbildungen und Einsatzübungen gepflegt.